Hiob. Roman eines einfachen Mannes

Bedeutung

Das Buch Hiob markiert eine deutliche Zäsur im Werk Joseph Roths.  Nach dem zeit- und sozialkritisch geprägten Frühwerken wendet sich Roth den erstmals religiösen Themen zu und schafft für ihn typische melancholische Bilder einer vergangenen Welt.

Bis heute ist Hiob einer der wenigen geglückten Versuche, ein biblisches Thema für die Neuzeit zu bearbeiten. Das Buch wurde bereits bei der Veröffentlichung als „erschütternd“, aber trotzdem warm und rein bezeichnet. Der humanitäre Grundgedanke rührt den Leser auch heute noch an.

Im Gegensatz zum biblischen Buch Hiob  nutzt Roth eine farbige Szenenfolge um seine Parabel von Heimsuchung und Prüfung, Willkür und Gnade auszukleiden. Sein Ton erinnert an die Erzählung von Märchen und Legenden und gerade die sprachliche Gestaltung machen Hiob. Roman eines einfachen Mannes zu einem warmen und poetischen Werk.

Entstehung

Die Geschichte des Hiobs spielt in der Welt des ostjüdischen Schtetls, der Roth selbst entstammte. Erfahrungen und Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend, wie die Lebensweise und Diskriminierung der orthodoxen Juden fließen in die Handlung ein. Dazu kommt die psychische Erkrankung seiner Frau, derentwegen Roth sich selbst große Vorwürfe machte.

Inhalt

Der Jude Mendel Singer fristet als Dorfschullehrer ein bescheidenes Leben in Galazien. Als sein viertes Kind Menuchim körperlich und geistig behindert zur Welt kommt, ereilen Mendel eine Reihe von Schicksalsschlägen. Die Epilepsieerkrankung des Jungen gilt als Fluch Gottes.

Mendel wandert in die Vereinigten Staaten aus und lässt Menuchim zurück. Er kann in seiner neuen Heimat aber nicht recht Fuß fassen. Seine beiden älteren Söhne fallen im Krieg, seine Frau nimmt sich das Leben und die Tochter wird bei dem Versuch, ihr Glück in der Liebe zu finden, verrückt.

Mendel verliert durch diese schweren Schicksalsschläge seinen Glauben und findet ihn erst wieder, als sein mittlerweile geheilter und als Musiker berühmt gewordener Sohn Menuchim ihn besucht. Am Ende des Buches schläft Mendelglücklich und beruhigt ein. Ob er nun gestorben ist, bleibt unklar.